Wissensmanagement MOOC 2025

WMOOC 2025 startet am 3.Oktober

Dieses Jahr startet der Wissensmanagement MOOC wieder pünktlich am 3.Oktober.  Es gibt Neuerungen und frischen Wind, aber einiges bleibt konstant. Wie bereits seit 2016 ist die Teilnahme am WMOOC auch in diesem Jahr komplett kostenlos. Außerdem soll es auch dieses Jahr wieder in jeder Kurswoche eine Live-Session zu interessanten Themen mit entsprechenden Expertinnen geben.

Was wird in diesem Jahr neu?

  • Wir verkürzen den WMOOC auf drei Monate von Oktober bis Dezember (statt wie bisher Oktober-Januar). Die Praxisbeispiele werden mit in die Inhalte der ersten drei Module integriert.
  • Wir haben dieses Jahr das Schwerpunktthema „KI im Wissensmanagement“

KI  (Künstliche Intelligenz / AI – Artificial Intelligence, bzw. das was heute so genannt wird) hat in den letzten Jahren ein hohes Einsatzpotential zu unterschiediedlichen Themenbereichen im Wissensmanagement erreicht. Zudem erreichen wir wahrscheinlich in näherer Zukunft die Schwelle zu wirklicher KI, was noch einmal einen derzeit schwer abschätzbaren Qualitätssprung bedeutet, was weitere Auswirkungen auf das Wissensmanagement und unsere Gesellschaft haben wird.

Natürlich bleiben die grundlegenden Wissensmanagement-Themen des WMOOC erhalten. Das Ziel einer Weiterbildung zum „Wissensmanagement Professional“ bleibt also erhalten. Dazu werden im Juli/August auch die bestehenden Inhalte aktualisiert und auch noch erweitert.

Es lohnt sich deshalb auch wieder, für Teilnehmer aus früheren Jahren dabei zu sein, nicht nur wegen der Live-Sessions.

Ein Start der Teilnahme (auch wenn es jederzeit möglich ist) empfiehl sich mit dem ersten Modul (Oktober), damit man vom persönlichen Feedback der Teilnehmer:innen und der Moderator:innen profitieren kann.

Um dabei zu sein, empfielt sich sowohl eine Anmeldung hier im WMOOC-Newsletter und zum interaktiven WMOOC-Kurs in der „oncampus plattform“:

Wenn:

  • der intelligente Umgang mit Wissen

entweder beruflich oder privat eine wichtige Rolle spielt, ist es sinnvoll sich möglichst schon zum ersten Modul (Oktober) anzumelden.

Wir freuen uns über Eure aktive Teilnahme und interessante Interaktionen, Erfahrungsaustausch und gemeinsames Lernen

Gabriele und Dirk

PS:  Auch wenn wir keinen entsprechenden „Vertrieb“ machen, freuen wir uns über Mitmacher und evtl. sogar Sponsoren, die von selbst auf uns zukommen. (siehe: „Unterstützer(in) werden„)


Kommentare/Hinweise:
Wir freuen uns über Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge. Gerne per eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Mitmachen 2025

Die persönliche ehrenamtliche fachliche Unterstützung der Mitmacherinnen und Mitmacher dieses Projektes ist ein Schlüssel des Erfolges. Vielen Dank dafür und macht weiter mit:

  • Wenn Ihr ein neues Thema habt, meldet Euch und tragt es bei.
  • Hört, seht oder kennt Ihr einen sehr gutes Praxisbeispiel, stellt den Kontakt für uns her, oder macht uns zumindest darauf aufmerksam.
  • Findet Ihr Fehler, ergänzende gute Inhalte oder habt neue Ideen, teilt dies uns mit.
  • usw.

Ihr könnt uns auch ganz einfach unterstützen:

Natürlich sind wir auch über finanzielle Unterstützung dieses Projekts und damit eines offenen Lernangebots dankbar:

Digitale Transformation in der Bildung (lernende Organisation)

Die nachfolgend empfohlenen „flipped/inverted classroom“ Qualifizierungen, Weiterbildungen und Ausbildungen sind ein Schlüssel, mit „digitaler Transformation“ in Ihrer Organisation zu starten,  mit einem Quick Win -Projekt, welches die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dieses Thema öffnet.

Deine Nutzung dieser Angebote ist nicht nur ein erfolgreicher Schritt in Richtung „Bildung 4.0“, „New Work“ und „Lernende Organisation“, sondern auch gelebte soziale Verantwortung, da du damit dieses freie Bildungsangebot aus Wissensmanagement- MOOC und freiem OER Kursbuch ermöglichst. Denn: Freie Bildung ist ein wichtiger Schlüssel für eine noch bessere Welt.

Unsere konkreten Win-Win Angebote für die Refinanzierung dieser freien Bildung:

  • Unterstützung des freien Wissensmanagement – MOOC 2025 und der Weiterentwicklung dieses freien Wissensmanagement-Kursbuchs (OER, CC-BY Lizenz ),   WMOOC Infos zum Sponsoring
  • spezifische „flipped classroom“ Angebote zum intelligenten Umgang mit Wissen, angepasst auf Branchen (z.B. Maschinenbau, Verwaltung etc.), Zielgruppen (z.B. Personalmanagement, Qualitätsmanagement, Betriebsräte etc.) und Dauer (z.B. 4 Wochen berufsbegleitend online + ein Tagesworkshop präsenz) die wir mit Ihnen passgenau entwickeln und für Sie durchführen. Kontaktieren Sie uns.
  • Entwicklung und Durchführung interner Lerninhalte und Kurse für  „flipped classroom“  Qualifizierung (Unternehmen/Konzerne, Organisation und Verwaltung) zum intelligenten Umgang mit Wissen (Wissensmanagement). Kontaktieren Sie uns.
  • Entwicklung innovativer, gemeinsamer flipped classroom Trainings/Seminare zu anderen Fachthemen mit einzelnen Wissensmanagement Komponenten. Kontaktieren Sie uns.

Wer wir sind:

Genauere Erläuterungen:

Entwicklung innovativer, gemeinsamer flipped classroom Trainings/Seminare

Nicht immer, wenn intelligenter Umgang mit Informationen, Wissen und Erfahrungen im Beruf wichtig ist, braucht es eine komplette Qualifizierung zum „Wissensmanagement – Professional“. Dann ist eventuell eine von folgenden zwei Alternativen sinnvoll:

  • Einbau von einzelnen Lernbausteinen (learning nuggets) aus dem freien Wissensmanagement Kursbuch, dem WMOOC oder den „flipped classroom“ Präsenzseminaren als angepassten Teilbereich in eigene Qualifizierungsmaßnahmen im Unternehmen.
  • Aufbau eines eigenen berufsbegleitenden „flipped classroom“ Trainings zu Qualifizierungsthemen mit unserer Unterstützung und auf Basis unserer praktischen Erfahrungen.

Wir würden uns freuen, unsere Ergebnisse und Erfahrungen gemeinsam mit dir in deine eigenen fachspezifischen Angebote zu integrieren. Bitte nehmen Sie dazu direkt mit uns Kontakt auf.

Freie Wissensmanagement-Lerninhalte in der eigenen Organisation nutzen

Ziel dieses offenen Projektes (OER-Kursbuch) zum Wissensmanagement war und ist es, dass du sowohl die entstandenen elektronischen Lernbausteine als auch den ganzen Kurs in das eigene Lernangebote für die Mitarbeitenden integrieren könnt. Dazu soll auch eine Übernahme dieser „learning nuggets“ zum Wissensmanagement in Ihre eigenen internen online Lernsysteme und Angebote weitgehend automatisch möglich sein/werden.

Wenn Sie daran Interesse haben, nehmen Sie dazu bitte direkt Kontakt zu uns auf.

Vielen Dank fürs „Mitmachen 2025“.

Gabriele und Dirk


Kommentare/Hinweise:
Wir freuen uns über Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge. Gerne per eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Methoden

Der Methodenkasten zu Wissensmanagement ist groß und vielfältig: Er reicht von IT-Werkzeugen über spezifische Wissensmanagement-Methoden wie z. B. die Wissensstafette bis hin zu Maßnahmen der Personalentwicklung, Kreativitätstechniken und vieles mehr. Wie also sich einen Überblick verschaffen?

Für das Kursbuch haben wir uns eine Clusterung entlang unterschiedlicher Aufgabenstellungen oder Use Cases entschieden:

Alternativ bietet Angelika Mittelmann einen Zugang über den so genannten Semantischen Raum des Wissensmanagement.

Aber auch die verschiedenen Wissensmanagement-Modelle können als Ordnungsrahmen genutzt werden, um ihren unterschiedlichen Phasen oder Bausteinen usw. Methoden und Werkzeuge zuzuordnen.


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Persönliches Wissensmanagement

Laut Europäischem Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement bezeichnet Persönliches Wissensmanagement ein Selbstführungskonzept, das darauf abzielt, Wissensbestände und Lernprozesse eigenverantwortlich und geschickt zu handhaben.
Es ist ein Bündel von Konzepten, Methoden und Instrumenten zur Strukturierung und Ordnung von individuellen Wissensbeständen, welches es den Mitarbeitern ermöglicht, Verantwortung dafür zu übernehmen, was sie wissen und wen sie kennen.

Es geht damit deutlich über schlichtes Zeitmanagement und Selbstorganisation hinaus. Ausgangspunkt ist die Reflexion der individuellen Denkweisen und Handlungen, um die eigene Effizienz und die der partizipierenden Personen im Lern- und Arbeitsbereich zu verbessern.

Aspekte eines persönlichen Wissensmanagements im Überblick:

Persönliches Wissensmanagement - Überblick
Persönliches Wissensmanagement – Überblick (zum Vergrößern klicken)

Hier die gesamte, ausgeklappte Mindmap (Wissensstrukturkarte) als PDF-Datei: persoenliches-wissensmanagement_gesamt

Die folgenden Methoden aus dem Maßnahmen-Portfolio, das in der Wissensmanagement Open Academy dargestellt wird, können auch im Persönlichen Wissensmanagement unterstützen:

Einen guten Überblick über einige IT-Tools für das Persönliche Wissensmanagement bietet auch dieser Artikel von Günter Eufinger aus Community of Knowledge (erschienen März 2013).

Noch mehr Überblick liefert die 2025 erschienene Handreichung  einer Fachgruppe der GfWM e.V., die vor allem an (Promotions-)Studierende gerichtet ist, allerdings wunderbar für die allgemeine Wissensarbeit herangezogen werden kann. Hier werden Fertigkeiten, Methoden und Werkzeuge vorgestellt, so wie hilfreiche Tipps für das Persönliche Wissensmanagement.

Vielleicht mehr noch als um Methoden geht es im Persönlichen Wissensmanagement um eine Grundhaltung, um die des Reflective Practitioners nach Donald Schön. Im folgenden Video erläutert von Gabriele Vollmar (Dauer 3’06 Min):


Denkaufgabe:

Welche Werkzeuge setzen Sie für Ihr Persönliches Wissensmanagement ein?
Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?


Weiterführende Materialien (wenn Sie etwas mehr Zeit investieren wollen):


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Wissen identifizieren

‚Wissen identifizieren‘ meint hier: Wo in der Organisation ist welches Wissen vorhanden?

Sowohl als ‚Wissen in den Köpfen‘, also wer verfügt über welches Wissen / welche Kompetenzen?, als auch als bereits dokumentiertes Wissen.

Unsere Auswahl an möglichen Werkzeugen und Methoden, um Wissen zu identifizieren, umfasst:


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Methodenwahl für das persönliche Wissensmanagement

Die Relevanz mentaler Basisprinzipien für das persönliche Wissensmanagement hängt vom jeweiligen Problemkontext und den verfolgten Zielen ab. Um geeignete Methoden auszuwählen, ist eine systematische Analyse der Anforderungen notwendig. Zu diesem Zweck wird das vorgestellte Modell mit einem Raster kombiniert, das diese Anforderungsanalyse strukturiert unterstützt.


Mit diesem Raster zur Anforderungsanalyse wird zunächst unterschieden, ob ein akutes Problem gelöst werden soll oder ob es darum geht, langfristig Problemlösefähigkeiten aufzubauen. Im ersten Fall wird ein operatives Ziel verfolgt: Es geht um eine konkrete Aufgabe, die direkt erledigt werden soll. Im zweiten Fall handelt es sich um ein strategisches Ziel, nämlich den Aufbau von Kompetenzen für die Zukunft. Darüber hinaus wird zwischen zwei Arten von Anforderungen unterschieden: Einige sind gut planbar und erlauben effiziente Lösungen, während andere erst im aktuellen Verlauf entstehen, schwer vorherzusagen sind und neue, kreative Ansätze erfordern. Wieder andere entstehen erst im aktuellen Verlauf, sind schwer vorherzusagen und erfordern neue, kreative Ansätze. Während planbare Anforderungen eine gezielte, eher geradlinige Problemlösung verlangen. Wenn es dabei um Kompetenzaufbau geht, bedeutet das eine klar definierte Entwicklung von fachlichem Wissen und Fähigkeiten.  Je nach Kombination ergibt sich ein Vier-Felder-Schema, das dabei hilft, passende Problemlösungsstrategien und Entwicklungsansätze auszuwählen.

Anforderungsraster für das persönliche Wissensmanagement (Reinmann & Eppler, 2008)

Bei operativen Zielen sind Werkzeuge zur Klärung des eigenen Wissensstands, zur Priorisierung von Informationen oder zur strukturierten Darstellung von Anweisungen und Argumenten hilfreich. Strategische Ziele werden dagegen durch Methoden unterstützt, die den Ausbau von Wissensquellen und die bessere Abstimmung langfristiger Vorhaben fördern.
Methoden konkretisieren mentale Basisprinzipien und übersetzen sie in strukturierte Handlungsschritte, während Werkzeuge diese Methoden praktisch umsetzbar machen. Ein Beispiel: Das Prinzip der (Re-)Strukturierung von Wissen kann über Concept Mapping methodisch umgesetzt werden. Dafür können Papier, Bleistift oder spezielle Software als Werkzeuge genutzt werden.


Dokumentation & Planung des Wissenswegs

Obwohl E-Portfolios in Schulen und Hochschulen weit verbreitet sind, werden sie bisher kaum für das persönliche Wissensmanagement genutzt. Sie ermöglichen das Sammeln, Kommentieren und Reflektieren von Artefakten über längere Zeiträume hinweg, unterstützen die Dokumentation von Lern- und Entwicklungsprozessen und können lebensbegleitend eingesetzt werden. Trotz dieser Vorteile sind sie im Methodenrepertoire des persönlichen Wissensmanagements noch wenig etabliert. Sie zeigen jedoch Überschneidungen mit klassischen operativen und strategischen Methoden.

  • Mikroartikel verbinden die Eigenschaften von Karteikarte und Artikel und dienen dazu, Erfahrungen und den Kontext zu einem Erlebnis festzuhalten. Eine Sammlung solcher Artikel ermöglicht es, den eigenen Wissensstand zu dokumentieren, zu reflektieren und den weiteren Wissensweg zu planen.
  • Kompetenz-Portfolios visualisieren und bewerten das eigene Wissen und Können anhand bestimmter Kriterien. Sie machen Stärken, Entwicklungsbedarf und neue Tätigkeitsfelder sichtbar und unterstützen somit die Reflexion und Planung des weiteren Wissens- oder Kompetenzwegs.
  • Die Methode „Lifeline” visualisiert das Wissen und Können einer Person auf einer Zeitachse von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft. Sie macht Wissensprozesse und Veränderungen sichtbar und unterstützt somit die reflektierte Planung des eigenen Wissenswegs.

Quellenangabe:
Reinmann, Gabi; Hartung, Silvia: E-Portfolios und persönliches Wissensmanagement – In: Miller, Damian [Hrsg.]; Volk, Benno [Hrsg.]: E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Münster : Waxmann 2013, S. 43-59
https://doi.org/10.25656/01:10917


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Persönliches Wissensmanagement Modell

Das Modell zum persönlichen Wissensmanagement (Reinmann & Eppler, 2008) strukturiert den Umgang mit Wissen anhand mehrerer grundlegender Unterscheidungen. Zentral ist zunächst die Trennung zwischen persönlichem, innerem Wissen und der äußeren Wissensumwelt. Letztere umfasst sowohl Personen als Wissensträger als auch materielle Wissensobjekte wie Texte oder Medien. Der Austausch mit dieser Umwelt kann rezeptiv (aufnehmen und verstehen) oder produktiv (gestalten und erzeugen) erfolgen.

Abb. 1: Modell zum persönlichen Wissensmanagement (Reinmann & Eppler, 2008)

Der strukturgenetische Wissensbegriff (Seiler & Reinmann, 2004): Ein Wissensträger konstruiert sein Wissen selbst, kann es verändern, materialisieren und mit anderen teilen.


Dem Modell liegt der oben genannte strukturgenetische Wissensbegriff zugrunde. Dabei wird zwischen zugänglichem, öffentlichem Wissen (Information) und personalem Wissen unterschieden. Letzteres kann sprachlich formulierbar, bildhaft oder an konkretes Handeln gebunden sein. Diese Wissensformen stehen in kontinuierlichen Transformationsprozessen, die auf grundlegenden mentalen Fähigkeiten beruhen.


Mentale Prozesse beim persönlichen Wissensmanagement

 

Für ein erfolgreiches persönliches Wissensmanagement sollten relevante mentale Prozesse näher betrachtet werden (vgl. Reinmann & Eppler, 2008):

Kognitive Basisprinzipien:
Begriffliches, enaktives und bildhaftes Wissen unterscheiden sich dadurch, wie leicht sie dokumentiert, kommuniziert oder praktisch angewendet werden können. Enaktives Wissen existiert nur im Handeln, während bildhaftes Wissen oft als Intuition erlebt wird. Wissensformen sind dabei nicht statisch, sondern unterliegen fortlaufenden quantitativen und qualitativen Transformationsprozessen.

Tab. 1: Kognitive Basisprinzipien

Metakognitive Basisprinzipien:
Persönliches Wissensmanagement sollte bewusst und geplant erfolgen: relevante Situationen erkennen (Ist-Zustand), Ziele definieren (Soll-Zustand), passende Methoden wählen und deren Wirkung überprüfen. Werden Anpassung gefordert, müssen Vorgehen und Ziele reflektiert, bewertet und gegebenenfalls neu ausgerichtet werden.

Tab. 2: Metakognitive Basisprinzipien

Emotional-motivationale Basisprinzipien:
Gefühle, Stimmungen, Motivation und Interessen beeinflussen kognitive und metakognitive Prozesse maßgeblich, da sie bestimmen, wie wir Wissen aufnehmen, verarbeiten und anwenden. Insbesondere Stress verengt das Denken, verschlechtert das Lernen, die Kreativität und das Problemlösen. Dabei ist zwischen akuten Emotionen und länger anhaltenden Stimmungen sowie zwischen situativer Motivation und stabilen Interessen zu unterscheiden. Obwohl sich diese Faktoren kaum planen oder steuern lassen, sollten sie als grundlegende Prinzipien im persönlichen Wissensmanagement berücksichtigt werden.

Tab. 3: Emotional-motivationale Phänomene bzw. Basisprinzipien

Hier geht es zu einem weiterführenden Beitrag, in dem ein Raster zur Methodenwahl bei diesem Modell vorgestellt wird:
Methodenwahl für das persönliche Wissensmanagement.


Quellenangabe:
Reinmann, Gabi; Hartung, Silvia: E-Portfolios und persönliches Wissensmanagement – In: Miller, Damian [Hrsg.]; Volk, Benno [Hrsg.]: E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Münster : Waxmann 2013, S. 43-59
https://doi.org/10.25656/01:10917


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Transferampel

Egal, ob personenbezogen oder themenzentriert, die Transferampel unterstützt sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende dabei, mit Wissenssicherungund Wissenstransfer an den richtigen Stellen anzusetzen und die ohnehin knappen Ressourcen, vor allem zeitliche, mit größtmöglicher Wirkung einzusetzen.

Mit der Transferampel wurde ein Ansatz entwickelt, den systematischen Wissenstransfer in der Organisation zu fokussieren und verbindlicher zu verankern.

Abbildung 1: Beispiel eines ausgefüllten personenbezogenen Fragebogens (Transferampel-Tool)

Das Ziel einer Transferampel ist es, eine spezifische Kritikalität und damit Transfernotwendigkeit unabhängig von einem Weggang oder Wechsel sichtbar zu machen. Dabei hängt die Wissenskritikalität von vier wesentlichen Faktoren ab:

  1. Wissensrelevanz
  2. Wissensspezifität
  3. Wissensverteilung
  4. Wissensdokumentation

Die Ampelfarben (GRÜNGELBROT) bieten klare Orientierung hinsichtlich der Notwendigkeit von Transfermaßnahmen, deren Dringlichkeit durch das zusätzliche Kriterium eines anstehenden Weggangs oder Wechsels bestimmt wird.


Weiterführende Materialien (wenn Sie etwas mehr Zeit investieren wollen):

Weitere Informationen und eine ausführliche Beschreibung des personenbezogenen oder themenzentrierten Transferampel-Tools finden sie in diesem Artikel von Gabriele Vollmar und Christian Keller von synartIQ: Mit der Transferampel den Wissenstransfer nicht mehr dem Zufall überlassen.
veröffentlicht in: Das Kuratierte Dossier Bd. 7 „Knowledge Management works.“ im Mai 2025. Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. gfwm.de


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Wissensmanagement-Integration in QM mit KI-Unterstützung (Live Session)

Integration von Wissensmanagement in ein bestehendes Qualitätsmanagement mit Unterstützung von KI

mit Johanna Kremsner-Bolitschek

Johanna berichtet aus ihrer Masterarbeit zum obigen Thema auf der Basis ihrer Tätigkeiten als Laborleiterin in der Automobilzulieferer-Industrie. (Dauer: 1:00:55h)


Index zum Video:

  • 00:00 min : Begrüßung
  • 01:18 min : Persönliche Vorstellung
  • 03:46 min : Agenda
  • 04:29 min : Ausgangslage & Zielsetzung
  • 08:28 min : DIN ISO 30401:2022 erklärt
  • 10:52 min : Normen im Vergleich
  • 16:41 min : Der Integrationsprozess
  • 18:08 min : Phase 1: Initialisierung & Kontextanalyse
  • 24:27 min : Phase 2: Gap-Analyse & Feinplanung
  • 29:03 min : Phase 3: Implementierung des KI-gestützten WM-Systems
  • 31:32 min : Phase 4: Schulung, Sensibilisieren & Kulturentwicklung
  • 34:17 min : Phase 5: Nachhaltigkeit sichern – Evaluation & kontinuierliche Verbesserung
  • 37:47 min: KI – der Gamechanger für die Integration von Wissensmanagement
  • 42:32 min : Konkrete Beispiele
  • 46:16 min : Fazit
  • Beginn Fragen und Antworten
  • 51:14 min : Welchen Nutzen haben die Mitarbeitenden von einer kontinuierlichen Pflege des WM-Systems?
  • 55:34 min : Fördert es die Akzeptanz, sich nach einer Norm wie der ISO 30401 zu richten, in einem Unternehmen, das sehr qualitäts- und normaffin ist?
  • 57:47 min : Besteht bei der Verbesserung der Datenqualität und dem kombinierten Einsatz mit KI das Risiko der „selbsterfüllenden Prophezeiung”?
  • 59:09 min : Danke an alle Teilnehmenden & Ausblick auf das nächste Jahr

Praxisbeispiele

Wir haben in den folgenen vier Unterbereichen die Praxisbeispiele zum Wissensmanagement in  Organisationen und zum persönlichen Wissensmanagement unterteilt. Die ausführlicheren Praxis-Beispiele, vorwiegend aus den Live-Sessions des Wissensmanagement-MOOC sind wegen der besseren Übersichtlichkeit hier zugeordnet. Die neuesten Videos werden jeweils oben in jedem Bereich ergänzt (keine Sortierung nach Wertung):

Wie bei vielen Klassifikationen ist es auch hier so, dass diese Aufteilung nicht für jeden Fall optimal ist. Beispiele aus einzelnen Bereichen in Großkonzernen, passen z.B. ebenso für kleine Vereine oder Handwerker, wie Beispiele bei Handwerkern zu Verwaltungen passen könnten.

Ziel ist es, eine Auswahl zu geben, die Anstöße, Beispiele und Hinweise in einer gewissen Vielfalt zur Verfügung stellt, dass es Impulse für das eigenen Wissensmanagement in der eigenen Organisation oder für das eigene persönliche Wissesnmanagement gibt.

Weitere Beispiele sollen in den kommenden Jahren folgen. Gerne können Sie uns Hinweise auf gute Beispiele geben.


Kommentare/Hinweise:
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Firmenwikis richtig einsetzen (Live Session)

Wiki – Warum alle alles lesen und bearbeiten können sollten

mit Martin Harnisch, Harnisch Concepts

Wer aus erster Hand über den praktischen Einsatz von Wikis informiert werden möchte, ist bei diesem Vortrag und der anschließenden Frage&Antwort Runde genau richtig. Martin hat langjährige praktische Erfahrungen im Aufbau und Betrieb von Wikis (Dauer:1:17:00 h):

 Index zum Video:

  • 00:00 min : Begrüßung
  • 01:17 min : Persönliche Vorstellung
  • 02:01 min : Einstieg ins Thema
  • 02:59 min : Was ist ein Wiki
  • 07:42 min : Vorteile eines offenen Wikis
  • 14:30 min : Häufige Bedenken
  • 20:41 min : Leitfrage bei Einschränkungen
  • 22:43 min : weiterführende Informationen 
  • 23:17 min : Beginn Fragen und Antworten
  • 23:29 min : Wie kann man mit ungleicher Bereitschaft zur Beteiligung umgehen und intrinsische Motivation fördern?
  • 26:54 min : Muss ein Wiki immer für alle offen sein? Ist ein Wiki im Zeitalter von KI noch sinnvoll?
  • 35:09 min : Welche Software nutzt Du am liebsten für Wikis bzw. was empfiehlst du in welchem Umfeld?
  • 41:16 min : Wie funktioniert eine nicht-hierarchische Struktur bei einem Wiki?
  • 47:40 min : Welche Möglichkeiten gibt es Unternehmensstrukturen ins Wiki aufzunehmen?
  • 49:39 min : Wie gestaltet sich die Anfangsphase, wenn ein neues Wiki eingeführt wird?
  • 51:36 min : Gibt es eine Person, die dafür verantwortlich ist, die Artikel auf ihre Aktualität zu überprüfen?
  • 53:49 min : Könnte eine solche Wissensstruktur beispielsweise auch in SharePoint existieren?
  • 55:15 min : Könnte man die Bearbeitungsrechte im Wiki nach Themenbereichen differenzieren, um ein ständiges Vor und Zurück zu verhindern?
  • 1:02:45 min : Ist es möglich, Wikis zusätzlich in einfacher Sprache anzulegen?
  • 1:04:15 min : Wie können Meinungen und individuelle Eindrücke bestehen bleiben, wenn alles von allen bearbeitet werden kann?
  • 1:08:29 min : Könnte man unterschiedliche Rollen mit abweichender Bearbeitungshierarchie anlegen?
  • 1:11:11 min : Gibt es für solche Ergänzungen konkrete Beispiele? Zum Beispiel für MediaWiki?

From Forecasts to Knowledge (Live Session)

Why interpreting expert knowledge is difficult

with Yannick Vogt (in English)

Have you always wanted to know how forecasts work in practice? How can they be used, for example, to predict developments in countries, from famine to armed conflict? Can AI help here? A report from the field (Duration: 44:31min) .

Index to the Video:

  • 00:00 min : Introduction
  • 00:42 min : Background information
  • 01:40 min : Why forecasting?
  • 03:51 min : What is a forecast and how does it work?
  • 05:43 min : Who is forecasting?
  • 07:38 min : Traditional expertise vs. Forecasting: Fighting bias
  • 08:51 min : From forecast to expertise
  • 11:31 min : Example: (Old) platform for forecasting
  • 15:28 min : Individual judgement to an iterative collective model
  • 19:08 min : Changing to AI forecasting
  • 22:45 min : Example: New platform for forecasting
  • 25:33 min : Important to remember

 Q&A

  • 27:40 min : Will any news or media sources be used for the forecast?
  • 28:49 min : What do you know about the assumptions made by your forecasters? What would happen if there were major changes to the situation in the near future (black swan effect)?
  • 33:37 min : What happens to the human forecasters, the experts, in the AI era? Are they taking the role of the human in the loop? Reviewing the AI forecast?
  • 36:47 min : Is the role of human forecasters changing even more? What changes are there in information collection and structuring?
  • 39:45 min : Does forecast accuracy depend on the subject? Are there subjects where experts are better than the crowd, or does it differ?
  • 42:18 min : What were your Lessons Learned about forecasting?