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IT-Tools für Wissensmanagement in Organisation & Privat

Im Modul 1, Woche 2 des WMOOCs gibt es folgende Arbeitsaufgabe:

Teilen Sie Ihre ganz konkreten praktischen Erfahrungen mit den anderen Teilnehmern zu folgenden IT-Tool (IT-System) Fragen:

  1. Welche konkreten IT-Tools setzen Sie für welche Informationen (mit Bezug zum Wissensmanagement/Corporate Learning) in Ihrer Organisation (beruflich) ein?
  2. Welche Vor-und Nachteile, welchen Nutzen empfinden Sie dabei und was ist Ihre persönliche Gesamteinschätzung?
  3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
  4. Welche IT-Tools (inkl. Mobile-Lösungen) nutzen Sie für sich privat (mit Bezug zum Wissensmanagement / Lernen)?  (Gehen Sie auch hier auf die Fragen 2+3 ein).

Das folgende (konkrete) Beispiel zeigt den interaktiven Wissensausausch über die Foren im MOOC. Mehr (auch zu anderen Fragen) gibt es hier im WMOOC:

— Beispieldiskussion aus dem WMOOC 2020
— Beitrag der Teilnehmerin:

  1. Welche konkreten IT-Tools setzen Sie für welche Informationen (mit Bezug zum Wissensmanagement/Corporate Learning) in Ihrer Organisation (beruflich) ein?
    SAP – für die Buchhaltung, für das Projektcontrolling, für Reisemanagement (Reiseantrag- u. Abrechnung), für Urlaubs-Abwesenheitsmanagement
    + unerlässlich für die internen Abläufe/Prozesse/Abrechnungen
    – sehr schwer anzupassen
    LMS Moodle für die Online-Lehre
    + gute Strukturierung und Repository für die Lehre
    + man kann viele Tools integrieren (Forum, Wiki, Quiz, Prüfungen,…) und im nächsten Semester weiterverwenden
    – starr und behäbig in der täglichen Anwendung
    Firmen Intranet – für die Suche nach internen Informationen
    + man hat wenigstens einen Ausgangspunkt
    – die Informationen selbst liegen mittlerweile ganz woanders (ZIT-Portal, Forschungsportal,…)
    Slack für die Kommunikation in Projekten
    + schnelle Kommunikationsmöglichkeit mit mehreren PartnerInnen
    – für Dokumentenablage nicht geeignet 
    OneDrive für die Ablage von Projektdokumenten
    + auch für externe zugreifbar
    – Zugriff funktioniert nicht immer einwandfrei
    MS Teams für Kommunikation und Datenaustausch (vorallem intern)
    + Videokonferenzen durchführbar
    + Dateien können in den Channels gespeichert werden
    – keine Zentralisierung der Dateien
    – Zugriff von externen ProjektpartnerInnen eingeschränkt möglich
    Diverse WordPress-Websites
    + Dokumentation von Best Practices in der Lehre
    + Projektwebsites mit Blogfunktion
    – keine firmeninterne Lösung
    – externer Helpdesk
    Interne Studienadministrationsdatenbank
    + Administration der Lehrveranstaltungen und der Studierenden und Lehrenden
    – unflexibel, überaltete Prozesse
  2. Welche Vor-und Nachteile, welchen Nutzen empfinden Sie dabei und was ist Ihre persönliche Gesamteinschätzung?
    Ich glaub, ich brauch hier nicht viel zu sagen. Es sind zig verschiedene Lösungen, die teilweise auch selbst erstellt bzw. administriert werden müssen. Nächstes Jahr im Herbst soll eine neue Campus-Software kommen, die einiges zusammenfasst. Hoffen wir das beste…
  3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
    Vor allem, dass man eine zentrale Anlaufstelle hat, von wo aus man weitergehen kann und nicht zig verschiedene Lösungen und auch Accounts.
  4. Welche IT-Tools (inkl. Mobile-Lösungen) nutzen Sie für sich privat (mit Bezug zum Wissensmanagement / Lernen)?  (Gehen Sie auch hier auf die Fragen 2+3 ein).
    Leider hab ich hier noch keine optimale Lösung, noch nicht einmal einen Ansatz. Lösungen am Handy scheitern an der Eingabe. Hier ist der Laptop einfach komfortabler, aber den hat man leider nicht immer mit. Eine App für den privaten Bereich kann ich jedoch empfehlen: Pinterest – hier kann ich für mich Interessantes in verschiedene Kategorien speichern und es werden automatisch für mich relevante Inhalte angezeigt. Es gibt sehr spannende Inhalte sowohl für den beruflichen, als auch für den privaten Bereich.

— Antwort vom Moderator (mir)

Hallo …,

ganz vielen Dank für Deine große Mühe, es alles so strukturiert aufzuschreiben. Es macht wirklich eines der größten Herrausforderungen der IT nicht nur im Wissensmanagement, sondern insgesamt für die Digitalisierung (wenn gezielte menschliche Eingaben erforderlich sind) deutlich.

Umfangreiche „Portallösungen“ (der „eine Lösung für Alles“- Ansatz) sind meist unflexible „Monolithen“, die teuer in der Einrichtung, Pflege und Weiterentwicklung sind und zudem auch nicht besonders schnell bei neuen Trends und Technologien. Der „Best of Bread“ Ansatz (wobei der Wunsch, den der Begriff suggeriert meist auch mit der Realität wenig zu tun hat), zu dem führt, was Du hier dokumentiert hast: Teilweise dutzende Lösungen, die jeder Mitarbeiter beruflich und privat nutzt, die alle „anders“ funktionieren, die alle unterschiedliche Logins, Zugriffe und Rechte haben. Bei denen die Desktop- und die Smartphone-Bedienung noch deutlich voneinander abweichen.
Cloud  Dienste machen dass noch zusätzlich kompliziert, durch ihr „Feature“, dass jederzeit (auch im ungünstigsten Moment für die Nutzer) die gesamte Bedienoberfläche „modernisiert & verbessert“ werden kann. Also plötzlich – zum Zeitpunkt der wichtigsten Präsentation des Lebens (lt. Murphys Gesetz) – funktioniert alles ganz anders (viel besser – nach 6 Monaten Einarbeitung:-).
Nich einfacher wird das Ganze dadurch, dass es selten eine so genaue Abgrenzung (wie von Dir beschrieben) gibt, in welchem System welche Information gepflegt und weitergegeben wird.
Noch spannender ist es, wenn man sich für eine Lösung entschieden hat und nach 4-10 Jahren diese gegen eine „Bessere“ abgelöst werden soll. Was passiert dann mit dem alten „Wissen/Informationen“? (Oft geht es letztendlich verloren, sobald der Aufwand tranzparent wird, den eine „Übernahme“ bedeutet.)

Es gibt für all diese Herausforderungen ca. seit der Jahrtausendwende (1999/2000) gute Lösungsansätze. „Wettbewerb, Marktwirtschaft, Prioritäten der Anwender und staatliche Sicherheitsinteressen“ sind wohl die Hauptgründe, die diese Lösungen bisher am Markt verhindern. Zumindest „privat“ lässt sich ein Kompromiss finden, der die obigen Aspekte je nach den persönlichen Prioritäten berücksichtigt. Da diese Prioritäten jedoch recht unterschiedlich sind, lässt sich auch hier kein genereller Vorschlag schreiben. Wichtige Fragen sind sicherlich:

  • Wie kann ich die Informationen und das Wissen auch noch in 10-30 Jahren nutzen? (Das betrifft z.B. bei mir durchaus Einiges aus den Jahren 1987 bis heute. Mit 20 war mir das noch nicht so klar 😉
  • Welche Datensicherheit und Privatphäre möchte ich?
  • Möchte ich über Jahrzehnte für Dutzende Lösungen monatlich Gebühren aufbringen, die sich jederzeit beliebig erhöhen können? (Was bedeutet das für meine „Nutzungsergebnisse“, wenn ich diese Gebühren irgendwann nicht aufbringen kann?)
  • Welche Informationen muss/möchte ich warum speichern und in Zukunft nutzen? Wie diszipliniert und genau werde ich dabei (nach meinem Persönlichkeitstyp und Gewohnheiten) realistisch sein?
  • Wie komliziert (und flexibel) möchte ich es gerne bzw. brauche ich es?
  • Ist „KISS“ mein Weg und wieviel „KISS“ muss es sein (keep it simple and stupid)?
  • Generell gilt wohl (zumindest meine Devise inziwschen) – Weniger ist mehr, Einfacher ist besser (insbesondere im privaten Bereich: meine ersten Textdokumente/Tabellenkalkulationen, Datenbanktabellen, Bilder, Videos, und Tondokumente egal ob unter Linux, Mac oder Windows/DOS oder dem „K85/3“ erstellt, kann ich heute noch öffnen und ansehen. => Dokumente in Standardformaten und eine sinnvolle Filesystem-Struktur, sowie eine sinnvolle Namenskonvention bei Dateinamen ist das, was die Jahrzehnte „überlebt“ hat. Wichtig waren auch „Standard-Speichermedien“, die aller 5-7 Jahre an neue Standards (umkopieren) angepasst wurden (von Magnet-Kassetten über Floppy-Disks (Disketten), CDs, DAT-Bänder, DVDs, SD-Karten, Festplatten und heute auch teilweise Cloud-Diensten (und einigen exotischen Formaten, die nur ein paar Jahre „hochkochten“).  Ob das auch für die Zukunft gilt ist natürlich nicht sicher ;-). Ich habe aber auch viele Informationen verloren, durch IT-Systemumstellungen insbesondere in Organisationen, Vereinen und Unternehmen oder weil ich zu euphorisch gegenüner neuen Innovationen war.
  • In Unternehmen, Organisationen, Verwaltungen oder Vereinen kannst Du nicht wählen, sondern muss die häufigen Fehlentwicklungen mitmachen 😉 Aber es ist nach einigen Jahren Erfahrung einfacher, zu erkennen, was wohl nur „eine Phase“ sein wird, die vorbeigeht und sich dann dort weniger hinein zu stürzen und nicht gleich „Early Adopter“ zu werden, wenn die wichtigen Fragen (siehe oben) nicht ausreichend geklärt sind.
Ich hatte z.B. immer gehofft, dass sich ein „open-bc“ mal in ein „open-contact“ entwickelt. Stattdesses ist es XING geworden und verfolgt seit mehr als 10 Jahren eine „Rückwärtsentwicklung“, um genauso schlecht zu sein, wie „linkedIn“ (nur nicht so international). Statt einem „sicheren ICQ“ mit Funktionen wie WA, Telegram, Signal, Threema, Snapchat,ZOOM, Skype, etc. ging die Entwicklung hin zu diesen „proprietären ausgrenzenden Monopolsystemen“ als „soziale Netzwerke u.a.“. Sicherlich kehrt sich dieser Trend wieder um, wenn genügend Menschen die Nase voll haben, sich bei Monopolisten „versklaven“ zu lassen und wieder mehr Lösungen auf der Basis „offener – aber sicherer – Protokolle und Standards“ nutzen. Bis dahin kommt man um die aktuellen, wenig nachhaltigen Lösungen, nicht herum, sondern muss aktuell „ausreichend“ mitmachen ;-).
… das ist jetzt eine recht lange und grundlegende Antwort geworden.
Grüße Dirk
–Ende
PS: Es ist eine Originalübernahme der „Diskussion“ mit all ihrer Spontanität, inkl. Fehlern, Unvollständigkeiten und persönlicher Meinung und „Einzelerfahrung“.

K.F.F. Mettenheim – ein Sportverein als lernende Organisation

Egal wo Ihr arbeitet, ob Verwaltung, Handwerk oder Wirtschaft. Dieses Praxisbeispiel wird Euch begeistern.

Kevin Perseis (Vorstand / Jugendleiter / QMB), erläutert in dieser Live-Session des Wissensmanagement MOOC  2019, wie sich konsequentes am Qualitätsmanagement ausgerichtetes Wissensmanagement erfolgreich in einem Freizeitverein umsetzen lässt.

Wenn man an diesem Praxisbeispiel sieht, wie konsequent, fachlich begründet und zielgerichtet Wissensmanagement, Management der Organisation und Qualitätsmanagement in einem Freizeitsport-Verein umgesetzt und gelebt werden, dann ist abschätzbar, welche machbaren Potentiale es noch in Unternehmen, Handwerksbetrieben, Organisationen und Verwaltungen gibt.
Zu sehen und zu verstehen, was ehrenamtlich in einem Freizeitverein möglich ist, ist das besondere Potential dieser Live-Session-Aufzeichnung. Vergleichen Sie es mit Ihrer eigenen Organisation.

Dieses Video sollten Qualitätsmanager und Wissensmanagerinnen  ihrem Management zeigen, um zukünftig etwas einfacher mit ihren Argumenten und Vorschlägen überzeugen zu können. (Dauer: 48:29 min):

Inhalts-Index zum Video:

  • 0:00 min : Begrüßung
  • 0:36 min : Einführung + Steckbrief K.F.F. Mettenheim e.V.
  • 1:33 min : Definitionen und Strukturen des Vereins
  • 5:42 min : Wissensorganisation – Prozessorganisation
  • 7:01 min : Wissensorientierte Organisationsführung und Organisationssteuerung
  • 9:24 min : Vision + Strategie
  • 12:07 min: Kennzahlen (Balanced Scorecard, KPS, Wissensbilanz)
  • 15:14 min: Wissensorientierte Infrastruktur
  • 19:08 min: Wissensgemeinschaften/Communities (z.B. IMS-Team)
  • 20:20 min: Umgang mit Wissen in den Geschäftsprozessen
  • 21:24 min: Kontinuierlicher-Verbesserungs-Prozess(KVP) von Geschäftsprozessen
  • 22:22 min: Wissensmanagement in der Projektarbeit (z.B. Lessons Learned)
  • 23:42 min: Leistungsverzeichnisse
  • 24:51 min: Feedbackberichte
  • 26:01 min: visuelles Management
  • 26:46 min: individuelles Wissen und Qualifikation (Qualifikationsmatrix)
  • 28:00 min: Funktionärs – Jahresgespräch
  • 29:36 min: Ausscheiden von Wissensträgern + Einarbeiten neuer Funktionäre
  • 30:40 min: Umgang mit Wissen in Partnerschaften
  • 31:42 min: jährliche Fragebögen
  • 32:41 min: Potentialberichte
  • 33:24 min: Entwicklung – Freizeitprogramm Entstehungsprozess
  • 34:03 min: Benchmark (Wissen über Markt und Wettbewerber)
  • 34:59 min: Wissenstreppe im Verein
  • 36:55 min: Fazit und Ausblick
  • 39:57 min: Beginn Fragen & Antworten
  • 40:07 min: Wer ist auf die Idee gekommen, den Verein wie ein gut gemanagtes Unternehmen zu steuern?
  • 40:53 min: Was sind die Gründe für den Q.wiki Einsatz?
  • 42:25 min: Was nutzt Ihr alles aus dem Q.Wiki?
  • 43:23 min: Wie viele Stunden im Monat investiert Ihr in dieses Management?
  • 44:05 min: Was ist Dein Hintergrund zum Wissensmanagement?
  • 44:41 min: Was ist der geschätzte Aufwand um ohne beruflichen Background da hineinzuwachsen und womit sollte man beginnen?
  • 46:06 min: Könnten andere Vereine von Euch Vorlagen bekommen, da viele der Dokumente doch komplex und aufwändig in der Ersterstellung sind?
  • 46:57 min: Gibt es Widerstände gegen diese „komplexe“ Organisation und wenn ja, wie geht Ihr damit um?
  • 47:51 min: Dank und Verabschiedung

Wissensmanagement bei A1 Telekom Austria

Wie wird Wissensmanagement bei A1 Telekom Austria gelebt? Darüber berichtet Elisabeth Petracs ausführlich in dieser Live-Session des Wissensmanagement MOOC 2019 (WMOOC). A1 war mit ihrem innovativen Wissensmanagement für den Preis „Exzellente Wissensorganisation 2018“ nominiert.

Wenn der Aufbau oder Umbau zu einer agilen Organisation entsprechend einer nachhaltigen Strategie ansteht, wenn es um soziale Intranets und Lernen aus Fehlern geht, wenn das Management nicht nur mitgenommen werden, sondern als aktiver Unterstützer  agieren soll, wenn Kunden und Mitarbeiter ebenso im Zentrum stehen, wie der wirtschaftliche Erfolg, dann ist dies dafür das richtige Video.

Es lohnt sich, das ganze Video anzusehen, wenn Sie nachhaltiges Wissensmanagement auch in Ihrer Organisation einführen möchten. Viele sehr wertvolle, nicht so offensichtliche und bekannte Tipps und Hinweise kommen in der zweiten Hälfte des Vortrags und auch in den Fragen & Antworten. Zu Einzelthemen können auch direkt die Links aus dem Index (unter dem Video) genutzt werden.  (Video Dauer: 60:54min)

Inhalts-Index zum Video:

  • 0:00 min : Begrüßung und Vorstellung
  • 1:26 min : Start Elisabeth Petracs, Überblick
  • 3:15 min : One Company. One Strategy
  • 4:10 min : New ways of working
  • 5:28 min : Ebenen: Mindeset – Skillset – Toolset
  • 10:47 min: Skillset
  • 12:21 min: Learning: 70-20-10 Modell
  • 17:08 min: Ziele – Wo wollen wir hin (!)
  • 19:47 min: Leadership Ambitions (!)
  • 22:57 min: Fail & Learn Session – „Versemmelt Frühstück“
  • 25:26 min: Unsere agilen Prämissen
  • 29:42 min: Wie sieht die andere Arbeit aus – Eindrücke
  • 33:32 min: Start der Fragen & Antworten
  • 33:44 min: Welches Werkzeug nehmt Ihr für Euer Social Intranet?
  • 34:07 min: Wie habt Ihr erreicht, dass es genutzt wird?
  • 35:06 min: Werden in den Fail & Learn Sessions auch Fehler angesprochen, wofür es bisher noch keine Lösung gibt?
  • 36:24 min: Seit wann arbeitet Ihr daran, das Mindset der Führungskräfte zu ändern?
  • 38:37 min: Wie sind die Weiterbildungen im 70-20-10 Modell zwischen Job und separater Weiterbildung real geteilt?
  • 42:02 min: Wie groß ist Euer Team im Bereich Wissensmanagement oder agile Transformation?
  • 43:31 min: Habt Ihr etwas zum allgemeinen Verständnis (z.B. Policies) – „So arbeiten wir“
  • 47:49 min: Gibt es spezielle Datenschutz-Anforderungen?
  • 51:05 min: Wie machen die unterschiedlichen Führungsebenen bei Empowering und Transparenz mit?
  • 53:45 min: Woher wissen Eure Leute bei den verschiedenen Informationsquellen, wo sie welche Information finden?
  • 58:27 min: Nutzt Ihr Confluence speziell angepasst oder „out of the box“?

3 – Säulen Modell

Das 3-Säulen Modell kann als „Adlerperspektive“ auf jede Wissensmanagement- Aktivität einer Organisation eingesetzt werden. Es ist sehr praxisnah auch für kleine Organisationen.

Ohne die ädequate Berücksichtigung aller drei Säulen dieses Modells überleben Wissensmanagement-Projekte in der Praxis nicht. Die Stärke liegt in der Einfachheit:

„Messen“ – „Machen“ – „Wohlfühlen“

lässt sich im „Hinterkopf“ behalten, genauso wie die Bedeutung, die dahinter steckt:

  • Messen: Wenn eine Wissensmanagement Strategie oder auch nur eine Einzelmaßnahme nicht nachweisen kann, dass der jeweilige Nutzen über dem Aufwand liegt, wird sie auf Dauer nicht überleben, weder in einer Organisation noch privat. Deshalb gehören zu einer Wissensmanagement-Aktivität, entsprechende Maßnahmen zum Messen des Gewinns (Nutzen – Aufwand). Dafür steht die Säule des „Messens“. Ob dies qualitativ oder quantitativ möglich ist und welche Ansätze,  Modelle und Kennzahlen dazu gewählt werden, ist spezifisch für die spezielle Aktivität.  Auf jeden Fall muss für das Projekt festgelegt werden, wie der Gewinn gemessen wird und welcher Gewinn erzielt werden soll.
  • Machen: Dies ist die eigentliche Wissensmanagement Aktivität: z.B. die Strategie, das Projekt, die neue Unternehmenssuchmaschine, die Maßnahmen zur Unternehmenskultur, die  Entwicklung der lernenden Organisation usw.. Die meisten klassischen theoretischen Wissensmanagement-Modelle der 90iger Jahre konzentrieren sich ausschließlich oder hauptsächlich auf diese Säule.
  • Wohlfühlen: Die beteilgten bzw. betroffenen Menschen dieser Wissensmanagement – Aktivität müssen sich damit wohlfühlen, sonst funktioniert diese Aktivität nicht nachhaltig.  Deshalb muss für die Aktivität bekannt sein, von welchen Menschen der Erfolg der Aktivität abhängt und dass sie sich mit dieser Aktivität, wenn sie zielgerecht umgesetzt ist, wohlfühlen. Anderenfalls sind Rahmenbedingungen zu schaffen, dass dieses Wohlfühlen gewährleistet ist.

Drei Fragen reichen, um schnell die Überlebensfähigkeit und den potentiellen Erfolg oder Mißerfolg eines Wissensmanagement – Projekt abschätzen zu können:

  • Was wird gemacht?
  • Wie wird gemessen?
  • Wiso fühlen sich die Beteiligten dabei wohl?

Die Adlerperspektive des 3-Säulen Modells muss für jedes Wissensmanagement-Projekt konkretisiert werden, wobei es mit jeweils für die konkrete Aktivität passenden anderen Wissensmanagement Modellen kombiniert werden kann.

Bildvergleich:

Stellen Sie sich diesen 3-Säulen Tempel im „Wissensgarten“ in München vor, von dem eine „Wissenspirale“ wie Rauch aufsteigt.

und schon haben Sie vier Wissensmanagement-Modelle kombiniert, die für eine ganze Reihe von Aktivitäten einen guten Grundstock bilden. Dazu muss noch nicht einmal eine Treppe zum Tempel hinauf führen ;-).

Manchmall stellt sich die Frage, ist „Wohlfühlen“ der richtige Begriff. Ich denke, ja, denn: Wann fühlt man sich wohl?  In einer passenden Unternehmenskultur, in der Mann/Frau motiviert ist und Spaß und Freude an der Arbeit hat. Dies Begriffe führen dann wieder noch weiter in die Tiefe,  wie selbstbestimmt, partnerschaftlich etc. die dann auch schnell wieder fragwürdig werden, wenn unterschiedliche Persönlichkeitstypen berücksichtigt werden müssen, was in der Praxis immer der Fall sein sollte. Wohlfühlen passt aber auch für das persönliche Wissensmanagement – ohne Kontext einer Organisation (Unternehmen, Verwaltung etc.). Deshalb ist „Wohlfühlen“ ein geeigneter Adlerbegriff.

Die bildliche uns sprachliche Darstellung über „tragende Säulen“ ist in vielen Lebens- und Managmentbereichen populär und wird auch teilweise im Wissensmanagement verwendet.  Hier finden Sie eine übersichtliche Sammlung zu „Säulen des Wissensmanagements“ (DACH-KM Wiki)


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Grundlegende Begriffe (Definitionen)

Vor der Beschäftigung mit dem Wissensmanagement sollten einige grundlegenden Begriffe klar definiert sein. Der folgende etwas längere Text leitet durch verschiedene, aufeinander aufbauende Definitionen und gibt die eine oder andere Denkaufgabe. Es besteht aber auch die Möglichkeit über die Navigation einzelne Definitionen für einzelne Begriffe gezielt anzusteuern.


Denkaufgabe:

Bevor Sie sich gleich mit zahlreichen Definitionen auseinandersetzen, nehmen Sie sich doch 5 Minuten Zeit und assoziieren Sie rund um den Begriff ‚Wissen‘: Welche anderen (verwandten) Begriffe fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an ‚Wissen‘ denken?


Eine gute Sammlung wesentlicher Begriffsdefinitionen bieten sowohl das D-A-CH Wissensmanagement-Glossar der Gesellschaft für Wissensmanagement e.V. sowie, ab Seite 135, der Europäische Leitfaden für gute Praxis im Wissensmanagement. Das D-A-CH Glossar der GfWM gibt es übrigens auch als App für iPhone und iPad.

Eine gründliche Erläuterung des Wissensbegriffs bietet das Kapitel 2 in einem Studientext von Gabi Reinmann. Oder noch ausführlicher und  tiefer gehend dieser Eintrag, ebenfalls von Reinmann und Mandl, im Spektrum Lexikon der Psychologie.

Oft verwendet im Kontext Wissensmanagement, um den Zusammenhang zwischen Daten, Informationen, Wissen und schließlich Können, Handeln und Kompetenzen deutlich zu machen, wird die so genannte Wissenstreppe von Klaus North [Vgl. North, Klaus (2011) Wissensorientierte Unternehmensführung. Wiesbaden]. In diesem Video (7:18 min) erläutert Dr. Angelika Mittelmann die Wissenstreppe sehr anschaulich:

Hier finden Sie eine kompakte schriftliche Erklärung (inkl. Grafik) der Wissenstreppe (f-bb Website). Wie komplex Gedanken zu Wissensmanagement Begriffen auf Basis der Wissenstreppe sein können, zeigt diese verlinkte Grafik (wird mit Zoom lesbar) von Hr. Hofferer.

Ein Begriffspaar, das im Wissensmanagement oft Verwendung findet, ist das von Michael Polanyi schon in den 60er Jahren geprägte Begriffspaar ‚explizites Wissen‚ und ‚implizites Wissen‘. Hier geht es zu einer Erläuterung.

Kein Wissen ohne Nicht-Wissen; eine gute Definition und Begründung, warum auch das Nicht-Wissen im Wissensmanagement berücksichtigt werden sollte, bietet mit Bezug auf die Überlegungen von Ursula Schneider zum Management der Ignoranz [Vgl. Schneider, Ursula (2006) Das Management der Ignoranz. Wiesbaden] dieser Artikel auf der Community of Knowledge.

Was also ist / will nun Wissensmanagement?


Denkaufgabe:

Und noch einmal die Anregung: Bevor Sie sich gleich mit unterschiedlichen Definitionen von ‚Wissensmanagement‘ beschäftigen, versuchen Sie doch selbst einmal zu definieren, was ‚Wissensmanagement‘ für Sie / Ihren Kontext bedeutet!


Eine interessante Sammlung von Wissensmanagement-Definitionen aus einer XING Diskussion wurde von Boris Jäger im DACH KM – Wiki zusammengefasst.

„Wissensmanagement ist intelligenter Umgang mit Wissen“  ist meine persönliche Lieblingsdefinition, wenn es darum geht, das Gesamtthema, unabhängig von einem Unternehmen zu definieren. (Dirk Liesch)

Meine (Gabriele Vollmar) Definition von Wissensmanagement lautet: „Wissensmanagement ist die Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen für produktive Wissensarbeit. Übergeordnetes Ziel ist die Schaffung einer Lernenden Organisation.“

Hier begegnen wir nun wieder zwei wichtigen Begriffen: Wissensarbeit und Lernende Organisation.

Wissensarbeit wird ausführlich betrachtet in einem Diskussionspapier der GfWM, eine Definition findet sich auf Seite 9-10.

Zur Lernenden Organisation gibt es ein unterhaltsames Video (11:58 min) zur Geschichte von Otto, dem Schaf und seiner Herde:

Outlearning the wolves – Einführung Wissensmanagement from BiMa PHLB on Vimeo.

Oder, etwas weniger bildlich, ein Video (8:00 min), das die Lernende Organisation nach den 5 Disziplinen von Peter Senge [Vgl. Senge, Peter (2011. 11. Aufl.) Die fünfte Disziplin. Kunst und Praxis der lernenden Organisation. Stuttgart] erläutert. Interessant wird dieses vor allem ab Minute 3’30:


Denkaufgabe:

Was ist nun Ihre Lieblingsdefinition von ‚Wissensmanagement‘? Was gefällt Ihnen an dieser Definition besonders? Warum passt sie besser auf Ihren Kontext als andere?


Sich im Vorfeld mit diesen Begriffen auseinanderzusetzen ist nicht müßig, denn sie werden im Zentrum der weiteren Beschäftigung mit Wissensmanagement stehen. Gerade auch,  wenn in einer Organisation eine Wissensmanagement-Strategie erarbeitet werden soll, ist ein gemeinsames Verständnis dieser Begriffe wichtig (und keineswegs als selbstverständlich vorauszusetzen). Ebenso ist es empfehlenswert eine eigene, auf den eigenen Kontext, die eigene Organisation passende Wissensmanagement-Definition zu entwickeln, um allen Beteiligten ein klares Bild zu vermitteln, worum es beim Wissensmanagement gehen soll. Nur so lässt sich nachhaltig auch Engagement und Motivation für dieses Thema erzeugen.


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).