Archiv der Kategorie: Methoden

Methoden

Der Methodenkasten zu Wissensmanagement ist groß und vielfältig: Er reicht von IT-Werkzeugen über spezifische Wissensmanagement-Methoden wie z. B. die Wissensstafette bis hin zu Maßnahmen der Personalentwicklung, Kreativitätstechniken und vieles mehr. Wie also sich einen Überblick verschaffen?

Für das Kursbuch haben wir uns eine Clusterung entlang unterschiedlicher Aufgabenstellungen oder Use Cases entschieden:

Alternativ bietet Angelika Mittelmann einen Zugang über den so genannten Semantischen Raum des Wissensmanagement.

Aber auch die verschiedenen Wissensmanagement-Modelle können als Ordnungsrahmen genutzt werden, um ihren unterschiedlichen Phasen oder Bausteinen usw. Methoden und Werkzeuge zuzuordnen.


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Wir freuen uns über Ergänzungs- oder Änderungsvorschläge. Gerne per eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Persönliches Wissensmanagement

Laut Europäischem Leitfaden zur erfolgreichen Praxis im Wissensmanagement bezeichnet Persönliches Wissensmanagement ein Selbstführungskonzept, das darauf abzielt, Wissensbestände und Lernprozesse eigenverantwortlich und geschickt zu handhaben.
Es ist ein Bündel von Konzepten, Methoden und Instrumenten zur Strukturierung und Ordnung von individuellen Wissensbeständen, welches es den Mitarbeitern ermöglicht, Verantwortung dafür zu übernehmen, was sie wissen und wen sie kennen.

Es geht damit deutlich über schlichtes Zeitmanagement und Selbstorganisation hinaus. Ausgangspunkt ist die Reflexion der individuellen Denkweisen und Handlungen, um die eigene Effizienz und die der partizipierenden Personen im Lern- und Arbeitsbereich zu verbessern.

Aspekte eines persönlichen Wissensmanagements im Überblick:

Persönliches Wissensmanagement - Überblick
Persönliches Wissensmanagement – Überblick (zum Vergrößern klicken)

Hier die gesamte, ausgeklappte Mindmap (Wissensstrukturkarte) als PDF-Datei: persoenliches-wissensmanagement_gesamt

Die folgenden Methoden aus dem Maßnahmen-Portfolio, das in der Wissensmanagement Open Academy dargestellt wird, können auch im Persönlichen Wissensmanagement unterstützen:

Einen guten Überblick über einige IT-Tools für das Persönliche Wissensmanagement bietet auch dieser Artikel von Günter Eufinger aus Community of Knowledge (erschienen März 2013).

Noch mehr Überblick liefert die 2025 erschienene Handreichung  einer Fachgruppe der GfWM e.V., die vor allem an (Promotions-)Studierende gerichtet ist, allerdings wunderbar für die allgemeine Wissensarbeit herangezogen werden kann. Hier werden Fertigkeiten, Methoden und Werkzeuge vorgestellt, so wie hilfreiche Tipps für das Persönliche Wissensmanagement.

Vielleicht mehr noch als um Methoden geht es im Persönlichen Wissensmanagement um eine Grundhaltung, um die des Reflective Practitioners nach Donald Schön. Im folgenden Video erläutert von Gabriele Vollmar (Dauer 3’06 Min):


Denkaufgabe:

Welche Werkzeuge setzen Sie für Ihr Persönliches Wissensmanagement ein?
Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?


Weiterführende Materialien (wenn Sie etwas mehr Zeit investieren wollen):


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Wissen identifizieren

‚Wissen identifizieren‘ meint hier: Wo in der Organisation ist welches Wissen vorhanden?

Sowohl als ‚Wissen in den Köpfen‘, also wer verfügt über welches Wissen / welche Kompetenzen?, als auch als bereits dokumentiertes Wissen.

Unsere Auswahl an möglichen Werkzeugen und Methoden, um Wissen zu identifizieren, umfasst:


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Methodenwahl für das persönliche Wissensmanagement

Die Relevanz mentaler Basisprinzipien für das persönliche Wissensmanagement hängt vom jeweiligen Problemkontext und den verfolgten Zielen ab. Um geeignete Methoden auszuwählen, ist eine systematische Analyse der Anforderungen notwendig. Zu diesem Zweck wird das vorgestellte Modell mit einem Raster kombiniert, das diese Anforderungsanalyse strukturiert unterstützt.


Mit diesem Raster zur Anforderungsanalyse wird zunächst unterschieden, ob ein akutes Problem gelöst werden soll oder ob es darum geht, langfristig Problemlösefähigkeiten aufzubauen. Im ersten Fall wird ein operatives Ziel verfolgt: Es geht um eine konkrete Aufgabe, die direkt erledigt werden soll. Im zweiten Fall handelt es sich um ein strategisches Ziel, nämlich den Aufbau von Kompetenzen für die Zukunft. Darüber hinaus wird zwischen zwei Arten von Anforderungen unterschieden: Einige sind gut planbar und erlauben effiziente Lösungen, während andere erst im aktuellen Verlauf entstehen, schwer vorherzusagen sind und neue, kreative Ansätze erfordern. Wieder andere entstehen erst im aktuellen Verlauf, sind schwer vorherzusagen und erfordern neue, kreative Ansätze. Während planbare Anforderungen eine gezielte, eher geradlinige Problemlösung verlangen. Wenn es dabei um Kompetenzaufbau geht, bedeutet das eine klar definierte Entwicklung von fachlichem Wissen und Fähigkeiten.  Je nach Kombination ergibt sich ein Vier-Felder-Schema, das dabei hilft, passende Problemlösungsstrategien und Entwicklungsansätze auszuwählen.

Anforderungsraster für das persönliche Wissensmanagement (Reinmann & Eppler, 2008)

Bei operativen Zielen sind Werkzeuge zur Klärung des eigenen Wissensstands, zur Priorisierung von Informationen oder zur strukturierten Darstellung von Anweisungen und Argumenten hilfreich. Strategische Ziele werden dagegen durch Methoden unterstützt, die den Ausbau von Wissensquellen und die bessere Abstimmung langfristiger Vorhaben fördern.
Methoden konkretisieren mentale Basisprinzipien und übersetzen sie in strukturierte Handlungsschritte, während Werkzeuge diese Methoden praktisch umsetzbar machen. Ein Beispiel: Das Prinzip der (Re-)Strukturierung von Wissen kann über Concept Mapping methodisch umgesetzt werden. Dafür können Papier, Bleistift oder spezielle Software als Werkzeuge genutzt werden.


Dokumentation & Planung des Wissenswegs

Obwohl E-Portfolios in Schulen und Hochschulen weit verbreitet sind, werden sie bisher kaum für das persönliche Wissensmanagement genutzt. Sie ermöglichen das Sammeln, Kommentieren und Reflektieren von Artefakten über längere Zeiträume hinweg, unterstützen die Dokumentation von Lern- und Entwicklungsprozessen und können lebensbegleitend eingesetzt werden. Trotz dieser Vorteile sind sie im Methodenrepertoire des persönlichen Wissensmanagements noch wenig etabliert. Sie zeigen jedoch Überschneidungen mit klassischen operativen und strategischen Methoden.

  • Mikroartikel verbinden die Eigenschaften von Karteikarte und Artikel und dienen dazu, Erfahrungen und den Kontext zu einem Erlebnis festzuhalten. Eine Sammlung solcher Artikel ermöglicht es, den eigenen Wissensstand zu dokumentieren, zu reflektieren und den weiteren Wissensweg zu planen.
  • Kompetenz-Portfolios visualisieren und bewerten das eigene Wissen und Können anhand bestimmter Kriterien. Sie machen Stärken, Entwicklungsbedarf und neue Tätigkeitsfelder sichtbar und unterstützen somit die Reflexion und Planung des weiteren Wissens- oder Kompetenzwegs.
  • Die Methode „Lifeline” visualisiert das Wissen und Können einer Person auf einer Zeitachse von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft. Sie macht Wissensprozesse und Veränderungen sichtbar und unterstützt somit die reflektierte Planung des eigenen Wissenswegs.

Quellenangabe:
Reinmann, Gabi; Hartung, Silvia: E-Portfolios und persönliches Wissensmanagement – In: Miller, Damian [Hrsg.]; Volk, Benno [Hrsg.]: E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Münster : Waxmann 2013, S. 43-59
https://doi.org/10.25656/01:10917


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Transferampel

Egal, ob personenbezogen oder themenzentriert, die Transferampel unterstützt sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeitende dabei, mit Wissenssicherungund Wissenstransfer an den richtigen Stellen anzusetzen und die ohnehin knappen Ressourcen, vor allem zeitliche, mit größtmöglicher Wirkung einzusetzen.

Mit der Transferampel wurde ein Ansatz entwickelt, den systematischen Wissenstransfer in der Organisation zu fokussieren und verbindlicher zu verankern.

Abbildung 1: Beispiel eines ausgefüllten personenbezogenen Fragebogens (Transferampel-Tool)

Das Ziel einer Transferampel ist es, eine spezifische Kritikalität und damit Transfernotwendigkeit unabhängig von einem Weggang oder Wechsel sichtbar zu machen. Dabei hängt die Wissenskritikalität von vier wesentlichen Faktoren ab:

  1. Wissensrelevanz
  2. Wissensspezifität
  3. Wissensverteilung
  4. Wissensdokumentation

Die Ampelfarben (GRÜNGELBROT) bieten klare Orientierung hinsichtlich der Notwendigkeit von Transfermaßnahmen, deren Dringlichkeit durch das zusätzliche Kriterium eines anstehenden Weggangs oder Wechsels bestimmt wird.


Weiterführende Materialien (wenn Sie etwas mehr Zeit investieren wollen):

Weitere Informationen und eine ausführliche Beschreibung des personenbezogenen oder themenzentrierten Transferampel-Tools finden sie in diesem Artikel von Gabriele Vollmar und Christian Keller von synartIQ: Mit der Transferampel den Wissenstransfer nicht mehr dem Zufall überlassen.
veröffentlicht in: Das Kuratierte Dossier Bd. 7 „Knowledge Management works.“ im Mai 2025. Gesellschaft für Wissensmanagement e. V. gfwm.de


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Wissen erlangen und entwickeln

„Wissen erlangen und entwickeln“ umfasst die Methoden, welche  das Erwerben von Wissen und die Weiterentwicklung dieses Wissen vor allem durch persönlichen Erfahrungsaustausch und Interaktion der Personen unterstützen.

Unsere (derzeitige) Auswahl an möglichen Werkzeugen und Methoden, um Wissen zu erlangen und zu entwickeln, umfasst:


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Journal Club

Journal Club bezeichnet eine Gruppe von Personen, die sich regelmässig zum Austausch treffen, ähnlich einer Community. Bei jedem Treffen steht entweder ein einzelner relevanter Fachartikel zum Thema im Fokus oder eine komplette Fachzeitschrift, den/die alle Club-Mitglieder im Vorfeld des Treffens gelesen haben.

Es gibt ein paar organisatorische Rahmenbedingungen, die den Journal Club begleiten:

  • Häufigkeit der Treffen?
  • Format (in Präsenz oder virtuell)?
  • Eher ein Artikel im Fokus oder eine gesamte Zeitschrift?
  • Wie viel Zeit wird für die Lektüre gegeben, d.h. wie lange vor dem Treffen wird der Artikel/ die Zeitschrift verschickt?

Journal Clubs helfen dort, wo ein Themengebiet sich dynamisch entwickelt, sich auf dem Laufenden zu halten. Während des Treffens werden Erkenntnisse und Meinungen zum Artikel ausgetauscht, die Relevanz für das eigene Arbeitsgebiet diskutiert usw. Entweder am Ende des Treffens oder in der Zeit zwischen den Treffen wird festgelegt, was bis zum nächsten Mal von allen gelesen werden soll.

Warum ist ein Journal Club sinnvoll?

  • Wissensaktualisierung
  • Kritische Reflexion
  • Austausch & Vernetzung
  • Verbesserung der Praxis

Hier ein Praxisbeispiel für einen Journal Club des Klinikums Karlsruhe. Vor allem in klinischen und pflegenden Bereichen gibt es die Methode des Journal Clubs schon lange, um neue Erkenntnisse in die praktische Anwendung zu übertragen. Mehr und mehr ist die Methode aber auch in anderen Bereichen, wie dem Wissensmanagement zu finden.


Wie kann ich einen Journal Club aufbauen?
Praktische Tipps anhand des oben genannten Beispiels:

  • Beziehe die Führungskraft der Abteilung in die Implementierung mit ein
    • Wer ist die Zielgruppe?
    • Was sind die Themen?
    • Wo und wann findet er statt?
  • Konzepte vereinfacht darstellen, um einen allgemeinen Überblick zu schaffen
  • Für die Moderation Fragen vorbereiten, die zusammen diskutiert werden können
  • Vor der Präsentation einen Themenfokus setzen, um eine Diskussionsrichtung vorzugeben

Du willst einen eigenen Journal Club starten oder dich gekonnt in einen bereits existierenden einbringen? Hier ist ein anfängerfreundliches Video von Andy Stapelton „Mastering the Art of Journal Club Presentation“ (Dauer: 15:10 Min. [englisch original])


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Mitarbeiterworkshop

Einführung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten Mitarbeiterworkshops zur Wissensweitergabe in der Organisation einzusetzen, also Workshops von Mitarbeiterinnen für Mitarbeiter. Im folgenden wird der Ansatz des „Mitarbeiterworkshop“ beschrieben, den Dirk Liesch in 2001 entwickelt und als Standard bei der Community4you GmbH eingeführt hat.

Mitarbeiterworkshop

Mitarbeiterworkshop
Mitarbeiterworkshop nach Dirk Liesch

Die Methode wird zum Wissenstransfer eingesetzt. Es ist eine relativ einfach zu standardisierende, prozessorientierte, dezentralisierbare und strukturierte Methode der Wissensweitergabe in der Organisation. Ein Mitarbeiterworkshop dauert zwischen 20-45 min. Der Aufwand beim Experten beträgt zwischen 2-5 Stunden pro Thema. Die Methode eignet sich für Themen mit komplexeren Zusammenhängen, bei denen das Zeigen und Demonstrieren, sowie die Arbeit mit Grafiken und Videos für die Wissensweitergabe sinnvoll bzw. notwendig ist. Das Besondere dieses „Mitarbeiterworkshops“ liegt in der strukturierten Anwendung in den Unternehmens-Prozessen, der standardmäßigen digitalen Aufzeichnung und dem pragmatischen und narrativen Ansatz.

Diese Mitarbeiterworkshop-Methode wird in der WMOOC Live-Session „Wissenstransfer in der Organisation – praktische Umsetzung“ zwischen „21:35 – 27:15 min“ erklärt:

Zusätzlich zum Video steht auch die entsprechende Präsentation hier zur Verfügung (Lizenz CC-BY 4.0, 20171107_wissenstransfer_in_organisation_dirk_liesch.pdf, 20171107_wissenstransfer_in_organisation_dirk_liesch.pptx).

Einsatzfelder der Mitarbeiterworkshop-Methode:
  • Projektdokumentation (Wissensweitergabe im Team)
  • Projekt-Debriefing und „Lessons Learned“
  • Vermittlung von Prozessen, Abläufen, Arbeitsweisen, Richtlinien  u.a. Vorgaben in der Organisation
  • Einarbeitung neuer Mitarbeiter
  • Azubi Ausbildung (Einarbeitung in Abteilungen/Rotation)
  • komplexeres Experten Know-How bewahren
Ablauf eines Mitarbeiterworkshop
  1. Mindestens eine Expertin hat das notwendige Wissen zum Thema und eine zumindest ausreichende Präsentationskompetenz.
  2. Diese Expertin bereitet den Mitarbeiterworshop vor.
  3.  Die Expertin vermittelt das Wissensthema in 20-45 min vor mindestens 1-3 zu diesem Themenbereich fachlich kompetenten Kollegen. Die Kollegen nehmen mit dem Mindset teil, dass sie nach dem Mitarbeiterworkshop die Expertin bei diesem Thema vertreten können müssen. Sie fragen deshalb so gezielt nach, bis sie diese Vertretung durchführen können.
  4. Der Workshop, inklusive der Fragen der Teilnehmenden und der  Antworten der Expertin, wird auf Video aufgezeichnet.
  5. Das Video wird mit einer kurzen Beschreibung (Zusammenfassung, max. 1/2 A4-Seite Text) und strukturierten Meta-Daten (z.B. Schlagwörter, Kategorien, Ordner etc.) in den Wissenspool der Organisation eingestellt, optimaler Weise durch einen Teilnehmer.
  6. Der entstandene „Wissensbaustein“ zum Thema kann nun zur Wissensweitergabe an Dritte, z.B. zur Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen, genutzt werden, auch online und remote. Deshalb reicht es auch, wenn nur 1-3 fachlich kompetente Kollegen am eigentlichen Mitarbeiterworkshop teilnehmen (um die richtigen Fragen für die Aufzeichnung zu stellen).
Einsatzszenario von Mitarbeiterworkshops
  1. Es gibt ein Thema (z.B. ein neu entwickeltes Modul, eine Projekterfahrung, eine Projektentwicklung, eine neue Unternehmensrichtlinie usw.) zudem eine Wissensweitergabe in der Organisation sinnvoll ist und wo auch eine effektive Wissensweitergabe mehr als 20 min beträgt, oder wo unbedingt etwas demonstriert oder gezeigt werden muss (also die „Interviewmethode“ nicht so gut geeignet ist).
  2. Das Wissen kann zeitnah zu seiner Entstehung von den an der Entstehung beteiligten Person/Personen (Wissensträgerin) vermittelt werden, an Personen mit ausreichender fachlicher Kompetenz und Vorwissen, um dieses Wissen zu verstehen, oder die Handlungen die vermittelt werden, kompetent auszuführen.
  3. Im Rahmen der Organisationsprozesse sind Mitarbeiterworkshops im Rahmen der Dokumentationsprozesse (Entwicklungsprozesse = R&D und/oder Projekte) verbindlich festgelegt. Das bedeutet z.B.: Ohne abschließenden Mitarbeiterworkshop ist ein Projekt oder eine Neuentwicklung nicht abgeschlossen, bzw. ein neuer Ablauf in der Organisation nicht eingeführt/verbindlich.
Charakteristik, Durchführung und Herausforderungen beim Mitarbeiterworkshop
Rahmenbedingungen zum Mitarbeiterworkshop
Rahmenbedingungen zum Mitarbeiterworkshop

Im Gegensatz zur „Interviewmethode“ liegt hier (leider) der Aufwand bei der Expertin. Um den Aufwand dennoch vertretbar zu halten, sollte der Mitarbeiterworkshop sehr zeitnah zum Entstehungszeitpunkt des jeweiligen Wissens stattfinden, z.B. wenn sowieso gerade die vorgeschriebene Dokumentation für das Thema (z.B.  Projektabschnitt, neuentwickelte „Komponente“ oder neuer Ablauf) zu erstellen ist, also der jeweilige Experte gerade im Thema drinsteckt.

Es muss ein entsprechend standardisiertes „Technik-Setting“ für die Aufnahme und festgelegte Routinen und Abläufe für die Mitarbeiterworkshops geben, damit sich der Aufwand auf die Workshop-Inhalt konzentrieren kann und nicht auf den organisatorischen Overhead drum herum. Zu diesen festgelegten Prozessen sollten auch die Abläufe rund um die Einladung und die Beteiligung der Teilnehmenden gehören, damit diese Mitarbeiterwokshops zu einer selbstverständlichen Routine werden.

Warum nur „Zusammenfassung“ + Meta-Daten?

Warum sollten nur eine Zusammenfassung und Meta-Daten (Klassifizierung) beim Einstellen der Video-Dateien (MP4) in die Wissenspool-Lösung erstellt werden? Um den Aufwand zu optimieren.
Die Zusammenfassung soll nur als Entscheidungsgrundlage dienen, ob dieser Wissensbaustein für eine Wissenssuchende/Lernende gerade passt. Dann kann das Video des Mitarbeiterworkshop im Originalton, mit Betonungen und Fokus des ursprünglichen Experten, gehört werden inkl. der Verständnisfragen der Kolleginnen und der dazugehörigen Antworten der Expertin. Die „Klassifizierung“ (Meta-Daten) ermöglicht ein besseres Auffinden aus unterschiedlichen Kontexten (z.B. Abteilungswissen, Themenwissen oder Projektwissen).


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KI für das persönliche Wissensmanagement

Vor allem die generative künstliche Intelligenz kann im persönlichen Wissensmanagement die Rolle einer fleißigen und engagierten Assistenz übernehmen und uns Wissensarbeitende in einigen Bereichen gut entlasten – damit mehr Zeit für die wirklich kniffligen Fragen und kreativen Aufgabenstellungen bleibt.

Hinweis: Da sich die KI-Tools sehr dynamisch entwickeln und wir mit dem freien Kursbuch neutral bleiben wollen, nennen wir keine Tool-Beispiele. Aber sicher kennst du bereits zahlreiche KI-Anwendungen.

Die Live-Session „Wissensmanagement x KI – Macht generative KI das persönliche Wissensmanagement 50% produktiver?“ aus dem WMOOC 2025 gibt einen sehr guten Einblick in die aktuellen unterstützdenden Möglichkeiten von KI (Dauer: 1h 19min):

Informationsrecherche und -filterung
KI kann über eine Intelligente Suchfunktionen, die kontextbezogen arbeitet, dabei helfen, relevante Informationen aus großen Datenmengen schnell zu finden. Sie kann lange Inhalte zusammenfassen und/oder strukturieren und/oder vergleichen. Und sie kann Vorschläge für weiterführende Quellen oder verwandte Themen machen.

Wissensorganisation
KI-gestützte Tools können auf Basis einer semantischen Inhaltsanalyse Inhalte kategorisieren, verschlagworten (automatisches Tagging) und ggf. in Wissensdatenbanken einpflegen.

Content-Erstellung und -Transformation
Generative KI kann dabei helfen, Inhalte zu erstellen oder zu überarbeiten, z. B. Textentwürfe für Präsentationen, Berichte oder Blogposts, Visualisierungen, Videos, Podcasts, Mindmaps oder Übersetzungen und Lektorate zur sprachlichen Optimierung der eigenen Texte. KI kann außerdem Informationsformate umwandeln (z. B. Text in Podcast) oder Audio transkribieren.

Sparringspartnerin
Eine KI kann bei der Reflexion und Entscheidungsfindung unterstützen. Z.B. indem man ihr die eigenen Überlegungen schildert und um ein Feedback bittet oder nach Alternativen fragt. Oder indem man die KI eine Pro-und-Kontra-Liste erstellen lässt. Zur Vorbereitung auf eine Diskussion oder Präsentation, eine Prüfung oder eine Verhandlung kann man die KI bitten die eigenen Argumente und Thesen zu hinterfragen und Gegenargumente zu liefern. Ebenso kann sie dabei helfen neue Ideen zu entwickeln.

(Lern)Coach
KI kann als persönlicher Lerncoach agieren, z. B. persönliche Lern- oder Trainingspläne basierend auf dem jeweiligen Wissens- oder Leistungsstand erstellen, Wiederholungsmechanismen etablieren (z. B. Spaced Repetition) oder Quiz- und Übungsfragen zur Selbstüberprüfung erzeugen.

Gedächtnisstütze und Erinnerungen
KI kann dich an wichtige Inhalte oder Aufgaben erinnern:
– Automatisierte To-do-Listen mit Kontextbezug
– Verknüpfung von Informationen mit Kalenderereignissen
– Vorschläge für Wiederholung oder Vertiefung

 

Wie immer gilt auch hier: Vorsicht und Kontrolle:

  • Datenschutz: Achte darauf, welche persönlichen Daten du mit KI-Tools teilst.
  • Qualitätssicherung: KI kann Fehler machen – prüfe wichtige Inhalte kritisch.
  • Kontrolle: Behalte die Kontrolle über deine Inhalte.

Weiterführende Informationen:

Im WMOOC 2023 gab es eine tolle Live Session mit Barbara Geyer von der Hochschule Burgenland zu Erfahrungen mit KI im persönlichen Wissensmanagement:

Künstliche Intelligenz für die persönliche Wissensarbeit (Live Session)


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Wissen weitergeben

Es gibt zahlreiche Methoden, Wissen, Erfahrungen und Informationen weiterzugeben. Wir haben uns hier für eine Auswahl daraus entschieden:

  • Expert Debriefing / Wissensstafette
    Wissensweitergabe von Experten, z.B. bei ausscheidenden Mitarbeitern
  • Interview-Methoden
    Erfahrungstransfer über Interviews
  • Anekdotenzirkel
  • Story Telling / narratives WM
    Erfahrungsweitergabe über Geschichten erzählen
  • Mentoring, reverse Mentoring
    erfahrene Mitarbeiter begleiten neue MA zur Wissensweitergabe
  • MikroSchulung
    kleinteilige Lerneinheiten von max. 15-30 Minuten
  • Flipped Classroom
    umgekehrter Klassenraum (Theorie online, Interaktion Präsenzveranstaltung)
  • MOOCs
    Online eLearning Kurse mit „vielen“ Teilgebern
  • Soziales Lernen
    lernen voneinander im sozialen (online) Netzwerk
  • Blended Learning (inkl. Learning by doing)
    Varianten der Kombination von online Lernen und Präsenzlernen
  • Serious Games
    über Spiele und Simulationen lernen und Wissen weitergeben
  • Lernkarten
  • Webinar
    Online Seminare  zur Weiterbildung über das Internet
  • Wissensmarktplatz
    Wissensaustausch über einen Wissensmarkt auf einem Wissensmarktplatz

 


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