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Methodenwahl für das persönliche Wissensmanagement

Methodenwahl für das persönliche Wissensmanagement

Die Relevanz mentaler Basisprinzipien für das persönliche Wissensmanagement hängt vom jeweiligen Problemkontext und den verfolgten Zielen ab. Um geeignete Methoden auszuwählen, ist eine systematische Analyse der Anforderungen notwendig. Zu diesem Zweck wird das vorgestellte Modell mit einem Raster kombiniert, das diese Anforderungsanalyse strukturiert unterstützt.


Mit diesem Raster zur Anforderungsanalyse wird zunächst unterschieden, ob ein akutes Problem gelöst werden soll oder ob es darum geht, langfristig Problemlösefähigkeiten aufzubauen. Im ersten Fall wird ein operatives Ziel verfolgt: Es geht um eine konkrete Aufgabe, die direkt erledigt werden soll. Im zweiten Fall handelt es sich um ein strategisches Ziel, nämlich den Aufbau von Kompetenzen für die Zukunft. Darüber hinaus wird zwischen zwei Arten von Anforderungen unterschieden: Einige sind gut planbar und erlauben effiziente Lösungen, während andere erst im aktuellen Verlauf entstehen, schwer vorherzusagen sind und neue, kreative Ansätze erfordern. Wieder andere entstehen erst im aktuellen Verlauf, sind schwer vorherzusagen und erfordern neue, kreative Ansätze. Während planbare Anforderungen eine gezielte, eher geradlinige Problemlösung verlangen. Wenn es dabei um Kompetenzaufbau geht, bedeutet das eine klar definierte Entwicklung von fachlichem Wissen und Fähigkeiten.  Je nach Kombination ergibt sich ein Vier-Felder-Schema, das dabei hilft, passende Problemlösungsstrategien und Entwicklungsansätze auszuwählen.

Anforderungsraster für das persönliche Wissensmanagement (Reinmann & Eppler, 2008)

Bei operativen Zielen sind Werkzeuge zur Klärung des eigenen Wissensstands, zur Priorisierung von Informationen oder zur strukturierten Darstellung von Anweisungen und Argumenten hilfreich. Strategische Ziele werden dagegen durch Methoden unterstützt, die den Ausbau von Wissensquellen und die bessere Abstimmung langfristiger Vorhaben fördern.
Methoden konkretisieren mentale Basisprinzipien und übersetzen sie in strukturierte Handlungsschritte, während Werkzeuge diese Methoden praktisch umsetzbar machen. Ein Beispiel: Das Prinzip der (Re-)Strukturierung von Wissen kann über Concept Mapping methodisch umgesetzt werden. Dafür können Papier, Bleistift oder spezielle Software als Werkzeuge genutzt werden.


Dokumentation & Planung des Wissenswegs

Obwohl E-Portfolios in Schulen und Hochschulen weit verbreitet sind, werden sie bisher kaum für das persönliche Wissensmanagement genutzt. Sie ermöglichen das Sammeln, Kommentieren und Reflektieren von Artefakten über längere Zeiträume hinweg, unterstützen die Dokumentation von Lern- und Entwicklungsprozessen und können lebensbegleitend eingesetzt werden. Trotz dieser Vorteile sind sie im Methodenrepertoire des persönlichen Wissensmanagements noch wenig etabliert. Sie zeigen jedoch Überschneidungen mit klassischen operativen und strategischen Methoden.

  • Mikroartikel verbinden die Eigenschaften von Karteikarte und Artikel und dienen dazu, Erfahrungen und den Kontext zu einem Erlebnis festzuhalten. Eine Sammlung solcher Artikel ermöglicht es, den eigenen Wissensstand zu dokumentieren, zu reflektieren und den weiteren Wissensweg zu planen.
  • Kompetenz-Portfolios visualisieren und bewerten das eigene Wissen und Können anhand bestimmter Kriterien. Sie machen Stärken, Entwicklungsbedarf und neue Tätigkeitsfelder sichtbar und unterstützen somit die Reflexion und Planung des weiteren Wissens- oder Kompetenzwegs.
  • Die Methode „Lifeline” visualisiert das Wissen und Können einer Person auf einer Zeitachse von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft. Sie macht Wissensprozesse und Veränderungen sichtbar und unterstützt somit die reflektierte Planung des eigenen Wissenswegs.

Quellenangabe:
Reinmann, Gabi; Hartung, Silvia: E-Portfolios und persönliches Wissensmanagement – In: Miller, Damian [Hrsg.]; Volk, Benno [Hrsg.]: E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf. Münster : Waxmann 2013, S. 43-59
https://doi.org/10.25656/01:10917


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