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WM-Strategie

Eine Wissensmanagement-Strategie beantwortet die Frage nach dem:

  • Was (Was ist Wissensmanagement für uns?)
  • Wozu (Wozu sollen wir uns hier engagieren?)
  • Warum (Warum beschäftigen wir uns mit Wissensmanagement, investieren wir in dieses Thema?)
  • Wie (Wie und mit welchen Maßnahmen gestalten wir Wissensmanagement und wollen wir die Ziele erreichen?)

Sie liefert eine nachhaltige Legitimation und dadurch Akzeptanz und Motivation für das Wissensmanagement und ist die wesentliche Grundlage für ein Controlling.
Das Controlling liefert wertvolle Anhaltspunkte hinsichtlich der Umsetzung der Strategie und für ein regelmäßiges Strategie-Review. Denn Rahmen- und Umweltbedingungen verändern sich. Eine Wissensmanagement-Strategie sollte daher, wie jede andere Strategie regelmäßig hinterfragt und ggf. angepasst werden:

  • Wurden die Ziele erreicht?
  • Wurde der intendierte Nutzen erzielt?
  • Sind die eingeführten Maßnahmen akzeptiert und wirksam?
  • Sind die Ziele noch passend?

Die Grafik zeigt, aus welchen Elementen sich eine Wissensmanagement-Strategie zusammensetzt:

Elemente einer Wissensmanagement-Strategie
Elemente einer Wissensmanagement-Strategie

MindMap als PDF-Datei: elemente-einer-wissensmanagement-strategie

Die einzelnen Elemente sind jeweils in eigenen Abschnitten auf dieser Website erläutert.

Hinweise zur Erarbeitung einer Strategie bietet der Abschnitt „Wissensmanagement einführen„.

Eine interessante Übersicht unterschiedlicher Wissensmanagement-Strategien, ja nach konkreter Unternehmenssituation, bietet in Anlehnung an Gabi Reinmann diese Übersicht.


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Wissensmanagement-Audit

In einem Wissensmanagement-Audit werden in einer breiten Befragung Stärken und Schwächen hinsichtlich des Informations- und Wissensmanagements sowie möglicher Handlungsfelder identifiziert.

Wie genau das geht, erklärt Gabriele Vollmar in diesem Video (Dauer 8’01 Min):


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

SMARTe – Ziele

Grundlage einer Wissensmanagement-Strategie sind die Ziele. Diese sollten möglichst konkret und SMART sein. SMART steht dabei für:

  • Spezifisch
  • Messbar
  • Attraktiv oder angemessen oder aktiv beeinflussbar
  • Realistisch
  • Terminiert

Wissensmanagement-Ziele sollten sich von den Zielen der Organisation ableiten, denn Wissensmanagement ist kein Selbstzweck.

In Anlehnung an das St. Gallener Management-Modell können Ziele unterteilt werden in:

  • strategische Ziele
    langfristige Ziele mit einem Planungshorizont von in der Regel 5 Jahren
  • operative Ziele
    mittel- und kurzfristige Ziele mit einem Planungshorizont von 1-3 Jahren
  • normative Ziele
    sind auf die eher langfristige Veränderung herrschender Normen, also der Organisationskultur ausgerichtet. Diese sind für das Wissensmanagement besonders wichtig, weil die Einführung von Wissensmanagement oft mit einer kulturellen Veränderung einhergeht, z. B. der Entwicklung einer Grundhaltung des so genannten Herrschaftswissens hin zu einer Haltung des Wissen-Teilens.
Ziele und Nutzenerwartungen
Ziele und Nutzenerwartungen (zur größeren Darstellung auf die Grafik klicken)

Grafik als bearbeitbare PowerPoint-Folie: Ziele und Nutzen

Wissensmanagement-Ziele sollten möglichst konkret und, vor allem auf der operativen Ebene, messbar formuliert sein. Sie sind außerdem verbunden mit Nutzenerwartungen. Eine klare Benennung und Formulierung dieser Nutzenerwartungen leistet einen wichtigen Beitrag zur Messbarkeit, zum anderen sind sie wichtig für die Akzeptanz von Wissensmanagement durch die Mitarbeiter und das Management.

Nutzenerwartungen sollten aus Sicht der Organisation, aber auch aus Sicht des einzelnen Mitarbeiters formuliert werden. Denn Aufwände für Wissensmanagement liegen auch beim Mitarbeiter, sodass diese, soweit wie möglich, durch einen ebenfalls individuellen Nutzen des Mitarbeiters gerechtfertigt werden sollten.


Denkaufgabe:

Formulieren Sie jeweils 1-2 strategische, operative und normative SMARTe Ziele für Ihre Organisation sowie die damit verbundenen Nutzenerwartungen!
Oder gerne auch für Ihr persönliches Wissensmanagement, denn auch das braucht klare Ziele!


 


 

Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Selbstbewertung nach Wissensexzellenz-Methode

Exzellente Wissensorganisation ist ein Preis, der seit 2009 mehrfach vergeben wurde, in den ersten Jahren ausgeschrieben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, in den letzten Jahren getragen von einer Privatinitiative.

Im Rahmen dieses Wettbewerbs wurde ein Instrument zur Selbstbewertung als Wissensorganisation entwickelt, das sich gut für eine erste Ist-Analyse, aber auch eine wiederholte Fortschrittsmessung eignet.

selbstbewertung-wissensexzellenz

Es empfiehlt sich, den Fragebogen gemeinsam in einer repräsentativen (unterschiedliche Bereiche, unterschiedliche Hierarchieebenen, unterschiedliche Zugehörigkeit zur Organisation) Gruppe zu bearbeiten oder aber von mehreren Mitarbeitern getrennt ausfüllen zu lassen und die Ergebnisse dann zusammenzuführen.


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

Reifegradmodell

Eine Einschätzung des Reifegrads einer Organisation hinsichtlich des Umgangs mit Wissen kann ein guter Einstieg in das Thema sein. Dabei werden die bestehenden Wissensmanagement-Aktivitäten und -Prozesse sowohl qualitativ als auch quantitativ bewertet. Ziel möglicher eingeleiteter Maßnahmen ist es dann einen höheren Reifegrad zu erlangen. Die Bewertung sollte also im Sinne einer Wirkungsmessung regelmäßig wiederholt werden.

Die Reifegradbewertung ist gut geeignet, die Entwicklung des Wissensmanagements zu begleiten und auch durch das Anstreben eines höheren Reifegrads auch dafür zu motivieren. Es kann dabei gut als weitere Dimension in andere Reifegradmodelle integriert werden. Im Gegensatz zur beispielsweise wissensorientierten Prozessanalyse zeigt es konkrete Maßnahmen weniger gut auf, beinhaltet dafür aber wertvolle Hinweise zu eher strategischen Maßnahmen.

Hier ein KM Maturity Model, das auf dem Knowledge Process Quality Model (KPQM) von Paulzen und Perc [vgl. Paulzen, O., and Perc, P.: A Maturity Model for Quality Improvement in Knowledge Management,” 13th Australian Conference on Information Systems, 2002, S. 243-253] beruht und das wiederum wie die meisten anderen Modelle auf dem fünfstufigen Prozessmodell zur Reifegradbeurteilung und -verbesserung von Softwareentwicklungsprozessen, SPICE (Software Process Improvement and Capability Determination oder ISO/IEC 15504-5) beruht.

 

 

KM Maturity Model
KM Maturity Model (zum Vergrößern Grafik anklicken)

Abbildung als bearbeitbare PowerPoint-Folie: km-maturity-modell

Gabriele Vollmar hat dieses Reifegrad-Modell auf dem GfWM Knowledge Camp 2015 zur Diskussion gestellt (Video bis Min 19:42):


Dort zwar unter dem Stichpunkt „Wirkungsmessung und Controlling“, das Reifegrad-Modell kann jedoch genauso für eine Erstbewertung im Rahmen einer Ist-Analyse genutzt werden.

Auch Siemens hat ein Knowledge Management Maturiy Model (KMMM) entwickelt, das in diesem Artikel aus dem Jahr 2000 beschrieben wird.

Und noch ein empfehlenswerter Artikel von Prof. Klaus North zur Nutzenbewertung im Wissensmanagement in Anlehnung an seine Wissenstreppe aus dem Jahr 2003.  Die Ausführungen zum Reifegrad beginnen auf Seite 6, davor finden sich aber zahlreiche hilfreiche Nutzenargumente.


Denkaufgabe:

Wir würden Sie – in Anlehnung an eines der Reifegradmodelle – den Reifegrad Ihrer Organisation einschätzen? Sehen andere in Ihrer Organisation das ebenso?


 


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).