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Brown Bag Lunch

Die Idee eines so genannten Brown Bag Lunch ist es,  Wissen breiter in der Organisation zu verteilen.

Brown Bag Lunch
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Der Begriff kommt von den braunen Papiertüten, die in Amerika oft für das mitgebrachte Mittagessen verwendet werden. In Bezug auf die ursprüngliche Methode, bedeutet dies: Einige Mitarbeiter beschließen, ihr Mittagessen mit an einen externen Platz zu nehmen (bildlich in dieser braunen Tüte), um sich dort gemeinsam und relativ informell mit einem Erfahrungsaustausch- oder Lernthema der Organisation zu beschäftigen.  Es werden also Themen gefunden, zu denen sich diese meist kleineren Gruppen (eher 3-10 Personen) zum Lunchgespräch zusammenfinden, extern um möglichst ungestört und außerhalb der täglichen Routine zu sein. Durch das externe Treffen eignet sich die Methode auch gut, um das Wissen Externer in die Organisation einfließen zu lassen, wie in folgendem Beispiel:

Beispiel: Brown Bag Lunch – für externes Wissen

Dazu werden externe Besucher, die „eh“ in der Organisation sind, z. B. wegen einer Projektbesprechung, einer Produktvorstellung, Vertragsverhandlung o.ä., gebeten, während der Mittagspause der Mitarbeiter einen kurzen Input zu geben, z. B. zum eigenen Unternehmen, aktuellen Produktentwicklungen, strategischen Fokusthemen usw., und für Fragen der Mitarbeiter zur Verfügung zu stehen. Das offizielle Mittagessen mit dem Gast findet dann in der Regel im Anschluss statt.

Ist der externe Besucher einverstanden, wird dieser Termin bekannt gegeben und die Mitarbeiter können sich dazu anmelden. Um den Gast nicht zu überfordern und in kurzer Zeit auch einen Dialog zu ermöglichen, sollte die Gruppe nicht größer als 20 Personen sein. Bei der Anmeldung gilt „first come, first serve“, Abteilungszugehörigkeit oder Hierarchie sollten keine Rolle spielen. Es geht ja gerade darum, das externe Wissen des Besuchers nicht kanalisiert an ausgewählte Stellen im Unternehmen zu verteilen, sondern den Mitarbeitern die Freiheit zu geben, sich auch einmal jenseits der eigenen funktionalen Grenzen zu informieren.

Die Veranstaltung selbst dauert eine Stunde, wobei der Input durch den Gast recht kurz und formlos sein darf – eher Erzählen und Gespräch als PowerPoint. Da das Ganze während der Mittagspause stattfindet und die Mitarbeiter nicht in die Kantine o.ä. gehen können, stellen manche Organisationen einen kleinen Lunch zur Verfügung (beim Namensgeber in Form einer braunen Papiertüte mit einem Sandwich und einem Apfel). Im Gegenzug gilt die Zeit i.d.R. als Pausen- nicht als Arbeitszeit.

Die Idee, externe Besucher als Wissensgeber zu nutzen und dies einem größeren Kreis an Mitarbeitern zugänglich zu machen, kann natürlich auch in anderen Formen und Formaten realisiert werden.

weiterführende Informationen:

Eine englische Diskussion und Erfahrungsaustausch zu Brown Bag Lunches ist hier auf „km4dev.org“ zu finden.


Kommentare/Hinweise:
Ergänzungs- o. Änderungsvorschläge hier in der XING-Diskussion, oder (notfalls, wenn kein XING-Account gewünscht) als eMail (unbedingt mit dieser URL) an uns Autoren (Gabriele Vollmar und/oder Dirk Liesch).

BarCamp – die Unkonferenz

Was ist ein BarCamp?

Das wird sehr schön am Beispiel des EduCamps in folgendem Video erklärt: „Was ist eigentlich ein EduCamp“ (3:03min, Ralf Appelt, Julia Methe, Jana Müller):

BarCamp und Open Space sind sich sehr ähnlich, insbesondere hinsichtlich der Organisation, der Regeln und der Durchführung. Damit sind sie die beiden „offenen Methoden“, die sich auf den ersten Blick am schwersten unterscheiden lassen.

Das BarCamp als „Unkonferenz“ ist näher an einer realen Konferenz. Es erfolgt zu einem komplexen Thema, z.B. zum „Wissensmanagement“ oder „Onboarding im Unternehmen“, als Erfahrungsaustausch zu vielen einzelnen Unterthemen, in den „Session“. Im Fokus steht der Erfahrungsaustausch (wie bei einer Konferenz) und nicht ganz konkrete Lösungspläne für das komplexe Thema.

Dies klingt aus Unternehmens- und Organisationssicht zuerst wie ein Nachteil eines BarCamps gegenüber einem Open Space (zu wenig konkrete Umsetzungsorientierung).  Erst im Zusammenhang mit dem Hauptrisiko eines Open Space (Umschwung von Motivation in  Frustration, wenn die Umsetzung nicht erfolgen kann), wird das positive Potential von organisationsinternen BarCamps deutlich:  Erfahrungsaustausch und Vernetzung auf Augenhöhe, sowie die Motivation der Mitarbeiter (typisch für offene Methoden) ohne das Frustrations-Risiko des Open Space. Dies prädesteniert inhouse BarCamps z.B. für „Onboarding“-Veranstaltungen in größeren Unternehmen und Organisationen.

Weiterführende Informationen:

Wie lässt sich ein Gefühl für die Wirkung eines BarCamps vermitteln, wenn Sie selbst bisher noch an keinem teilgenommen haben? Schwierig! Evtl. helfen zwei etwas emotional gestaltete Rückblicke:


Kommentare/Hinweise:
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